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Home Staging

Home Staging in Regensburg: Wirkung und Ablauf

Home Staging heißt: Eine Immobilie wird für den Verkauf oder die Vermietung so hergerichtet, dass Interessenten sich darin wiederfinden — nicht renoviert, sondern inszeniert. In Regensburg hat das eine Besonderheit. Wer eine Wohnung in historischer Substanz anbietet, muss meist nichts erfinden; er muss nur aufhören, das Vorhandene zuzustellen. Balkendecke, Stuck, alte Dielen, ein Fenster mit tiefer Laibung: Das sind Argumente, die niemand nachbauen kann.

Historische Details sind die Substanz der Inszenierung

In Altbauten liegt der Fehler selten im Mangel, sondern in der Überlagerung. Vor einer schönen Wand steht ein Schrank. Die Deckenhöhe verschwindet hinter einem hohen Regal. Die Dielen sind unter einem Teppich, der die Aufgabe hatte, sie zu schonen. Ein Stager räumt zuerst frei und schaut, was der Raum von sich aus kann — und erst danach wird eingerichtet.

Das Prinzip ist dabei fast immer dasselbe: Ein Raum bekommt eine klare Aufgabe und ein ruhiges Bild. Konkret heißt das meist:

  • Weniger Möbel, dafür passend proportioniert — in einem hohen Raum wirkt niedriges Mobiliar verloren.
  • Die auffälligen Details freistellen, statt sie mit Dekoration zu verdoppeln.
  • Licht ergänzen, wo die Gasse wenig Tageslicht hereinlässt — mehrere warme Lichtquellen statt einer Deckenlampe.
  • Persönliches reduzieren, damit ein Fremder sich vorstellen kann, dort zu wohnen.
  • Jedem Raum eine erkennbare Nutzung geben; ein Zimmer ohne Aufgabe wird als Abstellraum gelesen.

Wichtig ist die Ehrlichkeit der Inszenierung. Home Staging soll zeigen, was eine Wohnung kann, nicht verbergen, was ihr fehlt. Eine dunkle Kammer wird durch Staging nicht hell, und ein Interessent, der sich beim zweiten Besuch getäuscht fühlt, springt ab. Wer feuchte Wände oder abgesackte Böden hat, braucht keinen Stager, sondern einen Handwerker — und der Verkauf beginnt danach.

Bewohnt oder leer: zwei völlig verschiedene Aufgaben

Der größte Unterschied in der Praxis ist die Frage, ob noch jemand in der Wohnung lebt. Beides ist möglich, aber der Ablauf ist ein anderer.

In einer leerstehenden Wohnung ist der Stager frei. Er bringt Mobiliar mit, meist geliehen und leicht, weil es durch enge Treppenhäuser passen muss. Leere Räume wirken paradoxerweise kleiner, als sie sind, weil das Auge keinen Maßstab hat — deshalb wird überhaupt eingerichtet. Der Aufwand ist planbar, die Wirkung stark, und Termine lassen sich frei legen.

In einer bewohnten Wohnung arbeitet der Stager mit dem, was da ist, und gegen die Gewohnheit der Bewohner. Er wird Dinge einlagern, umstellen und Vertrautes entfernen lassen — Fotos, Sammlungen, Erinnerungsstücke. Das ist die eigentliche Schwierigkeit, und sie ist keine gestalterische, sondern eine menschliche. Wer sein Zuhause verkauft, sieht es anders als jeder Interessent. Rechnen Sie damit, dass der erste Vorschlag wehtut, und rechnen Sie damit, dass er meistens richtig ist.

Es gibt noch eine Zwischenform, die häufig übersehen wird: die teilweise geräumte Wohnung, in der jemand nur noch übernachtet, während schon vermarktet wird. Sie ist die schwierigste Ausgangslage, weil sie weder Bühne noch Zuhause ist. Wenn sich das nicht vermeiden lässt, sollten zumindest die fotografierten Räume vollständig hergerichtet sein.

Der Ablauf und die Grenzen in der Altstadt

Üblich ist ein Ortstermin, aus dem ein Konzept entsteht: was bleibt, was geht, was kommt dazu, und für welchen Zeitraum. Dann folgt der Umsetzungstag, unmittelbar vor den Fotos, denn die Bilder sind der eigentliche Zweck. Ein erheblicher Teil der Interessenten entscheidet am Telefon, ob er überhaupt zur Besichtigung fährt — das Staging wirkt also zuerst auf dem Bildschirm und erst danach im Raum.

Praktisch begrenzt die Stadt den Aufwand. Die Zufahrt in der Altstadt ist eingeschränkt, Treppenhäuser in alten Häusern sind eng und gewendelt, ein Aufzug fehlt oft. Ob und wann ein Fahrzeug zum Haus darf und ob dafür eine Erlaubnis nötig ist, klären Sie vorher bei der zuständigen Stelle; ein erfahrener Stager fragt von sich aus danach. Wo an Fassade oder Substanz etwas verändert werden soll, ist ohnehin vorab zu prüfen, ob denkmalrechtliche Vorgaben berührt sind — beim Staging ist das selten der Fall, weil nichts verbaut wird, aber die Frage gehört gestellt.

Home Staging ersetzt keinen fairen Preis und keine ehrliche Beschreibung. Es sorgt dafür, dass eine gute Wohnung auch als gute Wohnung erkannt wird — und in einer Stadt, in der die Substanz das Argument ist, heißt das vor allem: Platz machen für das, was ohnehin da ist.

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